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Tyr

Anfänger

Beiträge: 47

Wohnort: Saarpfalz

Beruf: Kraftfahrzeugtechnikermeister

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21

Sonntag, 9. August 2009, 19:44

Hallo,
laut der Liste für Römisch-Germanische Forschungen (Fundstellenkatalog) des Deutschen Archäologisches Institutes in Frankfurt wurden in den 30er und bis in die 40er hinein Fundorte bei Bauarbeiten(z.B.Straßen- und Wegebau usw.) gemeldet und Grabungen u. a. durch das Rheinische Landesmuseum Trier durchgeführt.
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.dainst.org/medien/de/krausse.pdf">http://www.dainst.org/medien/de/krausse.pdf</a><!-- m -->
einfach mal durchscrollen, es tauchen immer wieder Fundorte aus dieser Zeit auf.
Beim Thema des "nicht" meldens von Fundstellen halte ich es für sehr wahrscheinlich dass die Angst vor Problemen mit Partei oder SS-Ahnenerbe beim Verschweigen von Fundorten größer war als die Angst vor dem drohenden Zeitverlust.

Gruss
Thomas
Dulce et decorum est pro patria mori (HORAZ)

Siggi

Schüler

Beiträge: 166

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Beruf: selbständig

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22

Donnerstag, 13. August 2009, 01:59

Hallo allerseits,

es bleibt mir einmal wieder nur etwas aus unserem Ecken zu erzählen. Denn, das Thema Bunkerbau in Verbindung zu archäologischen Grabungen, ist mir schon öfters durch den Kopf:
Ja, da wurde gebuddelt, auch zur Sichtung/Sicherung archäologischer Fundmöglichkeiten!

Möchte mich dabei auf die römischen Wachtürme beschränken, die überall auf den Höhen an prädistinierter Lage, standen. Dieselben Orte, waren in der Zeit des Bunkerbaus immer noch prädistieniert und bevor man da was unternahm wurde untersucht.
Es ist natürlich schwierig, dies zu beweisen. Jedoch weiß ich von einem Ort bei Kleinkems, da war einst ein römischer Wachturm, ein Bunker wurde dort nicht gebaut.
In den Kriegsjahren, kamen dann Leute vom Militär (ss?), um diesen Ort zu untersuchen? Die Leute vom Dorf durften nämlich in dieser Zeit nicht mehr dorthin. Heute ist er durch Kalkabbau verschwunden.
So darf man es doch von allen anderen ehemaligen Wachtürmen auch annehmen?

Eine zufällig entdeckte Höhlen wurde dort ebenfalls untersucht (Lais oder Schäfer, beide?) und entpuppte sich als neolithische Begräbnisstätte.

Bereits 1934/36 wurde das Meimatmuseum in Istein enteignet, die dortigen Sachen in alle Himmelsrichtungen verteilt. Dazu gehörte ein Beutel voll keltischer Goldmünzen (z.B. Exemplare der Regenbogenschüsselchen). Dieser wurde an das Heimatmuseum in Kandern übergeben. Nach dem Krieg war dieser verschwunden und wahrscheinlich nicht durch die Alliierten?

In Efringen-Kirchen wurde ab 1942 (Kuhn) ebenfalls gebuddelt und die Untersuchungen von 1912 bestätigt und um einiges erweitert worden.

Warum ich das so schreibe, ist einfach zu sagen, die Nazis hat alles interessiert, was aus der nahen oder ferneren Vorzeit war. Zu einer gründlichen Bestandsaufnahme gehört nämlich nicht nur der Beweis eines möglichen Urgermanen, sondern dieser musste auch jeglichen Gegenbeweisen stand halten?
Und das war nun sicher nicht so einfach?

Zu letztem habe ich übrigens ein Büchlein "Vorzeit am Oberrhein" (Neujahrsblätter der Badischen Historischen Kommission, 1937), von Ernst Wahle. Interessant sind darin z.B. die beigegebenen Karten (jüngere Steinzeit, Hallstattkultur [Kelten] und Merowingerzeit).
Für Efringen-Kirchen sind da für alle Zeiten Funde angezeigt.
In diesen Jahren, ist da ja eine riesige Baustelle angesagt und die Kenntnisse die man nun schon seit langen Jahren hat (Wagner und Schuhmacher, 1890; Schmidt, 1912; Kuhn, 1942) gelten heute anscheinend nicht mehr oder hat man sie gar vergessen?

So unterschiedlich können also die Interessen, in verschiedenen Landesteilen sein?

Lieben Gruss

Siggi