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Stutta

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Freitag, 13. August 2010, 20:00

Ruf II

Die Rp PS schreibt heute über RUF II

Einige bekammen den Artikel ja schon heute Morgen. (Wer den Artikel im Original möchten, melde sich bei mir.)

Pirmasens Ruppertsweiler Im Bunker lagern Müll Schutt und Asbest
Beim Rückbau des früheren Nato-Hauptquartiers unter dem Ariusberg bei Ruppertsweiler soll nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein. Ein Umweltschützer hat Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und fand „strafrechtlich relevantes Material" in dem Bunker. Inzwischen sind auch Fotos aus dem Bunkerinnern aufgetaucht.
RUPPERTSWEILER. Hätte sich nicht ein luxemburgisches Unternehmen für die Stollenanlage interessiert und den Aufbruch der gigantischen Betonplomben veranlasst, wäre das Thema „Rückbau des Nato-Hauptquartiers" wohl nie wieder diskutiert worden. So wurde jedoch im Fresstal an der B 10 ein abseits gelegener Eingang wieder geöffnet und offenbar nicht sicher verschlossen. Die einfache Bautür war schnell aufgebrochen und neben Bunkerfreaks und Schrottsammlern trieben sich zum Jahreswechsel auch normale Spaziergänger in der Anlage herum.
Dabei entstanden Fotos, die große Mengen Müll in der alten Bunkeranlage zeigen. Anlagenteile wurden gar nicht ausgebaut, Isolierungen und Kabel hängen von den Decken und in etlichen Räumen liegt fertig verpackter Müll, der jedoch nicht aus dem Bunker geschafft worden war. Dazu kommt Bauschutt von eingerissenen Wänden und nach Aussage eines Lesers, der in dem Bunker war, soll es stellenweise extrem nach Diesel gerochen haben. So das Bild in dem Bunkerteil, der in den 30er Jahren von der Wehrmacht gebaut wurde und bis 2004 von der Nato als Kriegs-Hauptquartier genutzt wurde. Im neuen Teil, der nie fertig gebaut wurde und für den sich das luxemburgische Unternehmen interessiert, wirft lediglich die Ablagerung von mehreren Lastwagenladungen Sand Fragen auf.
Die Berichte über Berge von Müll in den Bunkern veranlassten daraufhin den BUND-Mitarbeiter Walter Stutterich, Anfang des Jahres Strafanzeige zu stellen. Die wurde von der Zweibrücker Staatsanwaltschaft nicht weiter verfolgt, da die beauftragten Ermittler keinen Zugang in den Bunker fanden, wie Oberstaatsanwalt Thomas Lißmann auf Anfrage mitteilte. Im April wurde daraufhin die Akte geschlossen. Was Stutterich nicht akzeptieren wollte und der Staatsanwaltschaft ein Foto des aufgebrochenen Eingangs mit Wegbeschreibung und einer neuen Anzeige zusandte. Bei einer Ortsbegehung von Polizei und Staatsanwaltschaft wurde man auch fündig: Asbestmatten lagen im Bunkerinnern herum, was eigentlich eine Straftat darstellen würde, erläuterte Oberstaatsanwalt Lißmann. Allerdings hat in diesem Fall den Verbleib des krebserregenden Materials eine Behörde genehmigt: die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt, die damals den Rückbau überwachte und im Dezember 2006, kurz vor dem Verschließen der Bunker, erklären ließ, dass im Innern „alles, was nicht niet- und nagelfest ist", entfernt worden sei. Dass dem nicht so war, ist auf den Dezember 2009 gemachten Fotos zu sehen. Für die Staatsanwaltschaft ist der Fall aber trotzdem wohl wieder erledigt, wie Lißmann mitteilte, da alles genehmigt gewesen sei. Die Ermittlungen seien jedoch noch nicht ganz abgeschlossen.
Auf die Fotos angesprochen, teilte Dierk Hemm, Pressesprecher der SGD-Süd mit, dass alle Stoffe, Anlagen und Geräte, „von denen eine Gefährdung nicht zu erwarten war", mit Zustimmung der SGD im Bunker verbleiben konnten. „Diese Entscheidung erfolgte nach sorgfältiger Abwägung des möglichen Gefährdungspotenzials für Boden und Wasser sowie der Kosten, die für einen Ausbau und die Entsorgung notwendig gewesen wären", erläuterte Hemm. Bei dem Bunker handele es sich schließlich um eine „für alle Zeiten" verschlossene Anlage, in der die Stoffe und Anlagen „deponiegleich endgelagert werden". Außerdem werde sich alles im Laufe der Jahrzehnte „in ihre Ausgangsstoffe" zersetzen. Zur Kontrolle werde das abströmende Wasser in den nächsten Jahren untersucht.
Zu dem Sand im neuen Bunkerteil erklärte Hemm, dass dies unbelastetes Material vom Rückbau der beiden Stolleneingänge Nord und Süd sei.
Hemm betonte, dass alle Arbeiten dokumentiert seien und die ordnungsgemäße Ausführung durch seine Behörde abgenommen worden sei. „Alle Nachweise über die ordnungsgemäße Entsorgung wurden vorgelegt. Beanstandungen bei der Endabnahme haben sich nicht ergeben." Für den Rückbau und das Verschließen der Bunker hat eine Firma 2006 übrigens 400.000 Euro erhalten. (kka)
Das IT-Projekt im Bunker
Die Müllfunde im früheren Nato-Hauptquartier betreffen das Projekt der luxemburgischen Meinke Holding nicht, erklärte auf Anfrage der Lemberger Bürgermeister Heinrich Hoffmeister, der früher selbst zusammen mit dem Unternehmensgründer Jörg Meinke in dem Bunker als Soldat tätig war. Die Meinke Holding sei nur am neuen Bunker interessiert, in dem lediglich der unbelastete Sand liegt. Der in den 80er Jahren gebaute neue Teil ist nur über einen schmalen Tunnel mit dem alten Bunker verbunden und damit einfach abzutrennen, erläuterte Hoffmeister weiter.
Hoffmeister ist übrigens laut dem luxemburgischen Handelsregister nicht nur Bürgermeister des Dorfes, in dem die Meinke Holding ihren Deutschlandsitz einrichten will, sondern seit Dezember 2009 auch eines der drei Verwaltungsratsmitglieder der Meinke Holding S.A. - einer Aktiengesellschaft. Neben Hoffmeister sind im Handelsregister noch Firmengründer Jörg Meinke selbst und der aus Mittelbexbach stammende Frank Schulz als Verwaltungsratsmitglieder aufgeführt. Schulz ist Geschäftsführer der „QS Quint Essence Strategies S.à r.l. & Cie" und wohnt derzeit in Luxemburg-Stadt. Die QS Quint Essence ist eine Kapitalanlagegesellschaft mit Publikumsfonds, die mitten in der Finanzkrise im Jahr 2008 gegründet wurde. Laut einer Pressemitteilung der QS vom April begleitet die Gesellschaft „derzeit die internationale Beteiligungsfinanzierung eines zukunftsweisenden IT-Projekts", womit wohl das Ruppertsweilerer Projekt Meinkes gemeint ist, der in der Stollenanlage ein Hochsicherheitsrechenzentrum installieren will (wir berichteten mehrfach). Schulz war zuvor nach eigener Aussage 40 Jahre im Privatebanking-Sektor tätig und zuletzt Geschäftsleiter einer deutschen Banktochter in Luxemburg. (kka)
Saustall VON KLAUS KADEL
Die RP schreibt weiter:
Als der frühere Bunker der Bundesregierung in der Eifel aufgegeben wurde, hat man sogar die Wände sandgestrahlt, damit ja keine Farbe im Berg zurückbleibt, die zu einer Wasserbelastung führen könnte. Alles wurde ausgebaut. Nicht so beim Nato-Hauptquartier Ruppertsweiler: Dort scheint alles drin geblieben zu sein, und das mit behördlichem Segen. Von einem geordneten Rückbau kann hier nicht die Rede sein. Es drängt sich der Verdacht auf, dass bei der Behörde jeder darauf vertraute, die Bunker würden auch wirklich für alle Zeit verschlossen bleiben und niemand den genehmigten Saustall je sehen. Was soll der Normalbürger sich denken, wenn Behörden die Militärhinterlassenschaften auf diese Art loswerden dürfen, sie selbst aber peinlichst darauf achten müssen, was sie auf ihrem Grundstück oder in ihrem Keller lagern? Man stelle sich nur vor, ein Hausbesitzer würde ähnlichen Müll und Anlagenteile wie in Ruppertsweiler in seinem Keller einmauern, erklären, dass dies für die Ewigkeit dort bleiben soll und nichts mehr tun. Weil dies eben wie in Ruppertsweiler billiger als eine ordentliche Entsorgung ist. Ein Verfahren wegen illegalen Betriebs einer Mülldeponie wäre die Folge. Die Staatsanwaltschaft verweist im Fall von Ruppertsweiler auf die behördliche Genehmigung. Aber wer kontrolliert die Behörde?


Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.186
Datum: Freitag, den 13. August 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '6684957'

stutta dazu.

Eingemauert in der Erde!


Ich fasse es nicht was die Herren der Verwaltung sich hier geleistet haben.
Anderen Ortes wird mit einem völlig leeren Stollen Leute angezogen, belebt dadurch den Fremdenverkehr, und hier. Gedankenlosigkeit. Ja schlimmer man errichte eine Mülldeponie und behauptet es sein alles bestens. So nach dem Ding das ist für die Bauern da grad gut genug.
Ja als ich versucht hatte den Stollen zu retten kam keiner auf die Idee mir zu helfen. Alle hielten sich verborgen.
Ja ohne Zweifel eine tolle Leistung für Schlappe 400.000.- Euro.
Auch das Bild das man sich von diesem Apparat machen muß bekommt da starke Risse
Erst weiß keiner in der Verwaltung was das läuft. Dann kommt die Antwort es sei alles in bester Ordnung, die Anlage wird wegen Pilzsporen verschossen, nebenbei wird für 400.000.- Euro ein Denkmal zerstört, und dann heimlich Müll abgelagert von dem nun wiederum keiner was wissen will. Vorerst ruhte dann mal alles und keiner wollte dran erinnert werden.
Dann wird der Stollen wieder aufgemacht, alles sind erschrocken, der Staatsanwalt findet die Tür nicht, und verkündet es sei alles besser als zuvor, na noch mal toll!
Das in dem Stollen verbrachte Material stammt nicht wie behauptet von irgendwelchen Plätzen der Anlage selbst, ich weiß nicht warum mir immer jemand versucht beizubringen, ich ziehe mein Hose mit der Beißzange an, nein es ist Material das von auswärts kommen muß, es lagerte schon eine ganze Weile vor den Eingang Süd, es entspricht auch nicht den Sanden in Ruppertsweiler. Für wie dumm hält man denn die Leute hier. Außerdem es gibt Fotos von den Stollenmündern und wie das Material in den Stollen eingefahren wurde. Im Übrigen ist genau das der Verwaltung auf dem Sommerwald mit Bildern durch den BUND bekannt gemacht worden.
Aber was will man verlangen wenn der Experte aus der SGD Süd behautet, Fledermäuse fliege nur 30 Meter in eine Stollen rein, was mir denn mal große Augen abverlangte weil das ist ja nicht nur mangelndes Wissen, da kommen dann doch Zweifel insgesamt auf, sondern die Herrschaften schaffen sich auch noch eigene Gesetzt.
Oder muß hier die Frage gestellt werden, „wer hat dafür Geld bekommen“ das die aufführende Firma so handeln konnte?
Wenn der normale Bürger so was macht bekommt der von Staatanwalt einen Satz heiße Ohren. stutta

Trapper

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Freitag, 13. August 2010, 20:18

Re: Ruf II

Alter Schalter, da bin ich fast sprachlos über soviel Chuzpe. Aber soviel sei auf badisch gesagt: "Des hat ä ordentlich´s Gschmäckle"!

Sollte es sich dabei wirklich um illegale Müllentsorgung handeln, wäre gegen die genehmigende Behörde eine Fachaufsichtsbeschwerde und gegen die ermittelnde Justizbehörde, sollte es sich um eine Dienstplichtverletzung handeln, eine Dienstaufsichtsbeschwerde auszubringen.
Gruß aus Karlsruhe (Ganz nah am Ettlinger Riegel)

Boris

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3

Freitag, 13. August 2010, 21:11

Re: Ruf II

Ich weiß nicht ob man wegen so viel Dummheit lachen oder weinen soll... eigentlich kann man über so etwas nur noch den Kopf schütteln. Bei mir würden gewisse Herren diesen Müll aus der Anlage schleppen!!! Wenn ich bei meinen Touren darauf achte nur keinen Müll zu hinterlassen, können es diese Herren wohl auch! Aber wahrscheinlich haben sie gedacht: "Klappe zu, Affe tot"! :evil: :twisted:

MfG
Martin (der jetzt nochmal den gelben Sack frisch sortiert :lol: )
Wer suchet der findet
Zu erreichen unter Skype: bunker-martin

4

Samstag, 14. August 2010, 02:24

Re: Ruf II

Dem einfachen Bürger wird erklärt, wenn du Amt hast musst du verantwortung tragen, daher lass es lieber, oder trage die volle Härte für alle möglichen Fehler. Die wirklichkeit sieht doch anderster aus. Und wenn dann die giftige Brühe aus dem Bauwerk kommt, so kann man doch niemanden dafür haftbar machen, die sind dann alle schon in Pension!

Was interessiert mich mein geschwätz von gestern! Tja mich steckt man dafür in den Bau!

Unsere Politik und unsere Ämter, ich hab so das gefühl die bilden mittlerweile einen Staat im Staate!

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Bewahrer

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5

Samstag, 14. August 2010, 04:38

Re: Ruf II

Da hat man keine Worte, ist auch besser so.
Ich würde dann wieder ausfallend werden und zuviele Schlagwörter benutzen.
Gruß
" Der Bewahrer"
&quot; Der Bewahrer&quot;
Die Welt ist schlecht!
Wir müssen nur etwas besser sein, dann heben wir uns aus der Masse hervor!

http://www.westwall-ig.de

hafra

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Sonntag, 15. August 2010, 18:42

Re: Ruf II

gelöscht

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7

Dienstag, 17. August 2010, 17:25

Re: Ruf II

Hier nun die Fortsetzung des Affentheaters.

<!-- m --><a class="postlink" href="http://swrmediathek.de/player.htm?show=db3939a0-a92c-11df-b898-0026b975f2e6">http://swrmediathek.de/player.htm?show= ... 26b975f2e6</a><!-- m -->

Nun klappt es so wie es aussieht, nur frag ich mich wann se mich holen. Schlimmsten falls wegen Hausfriedensbruch, aber ich war ja gar nicht drin.

Danke an all jene die mir geholfen haben,
und all jene die im Büro gesessen haben und die Augen zumachten, hier eine kleine Aufmerksamkeit. essen_3.gif

stutta

Trapper

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8

Dienstag, 17. August 2010, 21:39

Re: Ruf II

Na also geht doch, dranbleiben. :mrgreen:
Gruß aus Karlsruhe (Ganz nah am Ettlinger Riegel)

Boris

deproe

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9

Samstag, 18. September 2010, 21:46

Re: Ruf II

Eine Schande...
Gibt´s da was Neues?
bis dann gruß deproe

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Stutta

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10

Samstag, 18. September 2010, 22:36

Re: Ruf II

Nein nichts Neues. Vor allem weil sich die Herrschaften nun bedeckt halten. Keiner will den Kopf über den Rand heben um nicht angeschossen zu werden.
Aus Kostengründen werden hier also Giftstoffe einfach so endgelagert, na ja das Volk das hier wohnt ist eh nur ahh bäbä. Wenn aber ein Privater so was macht, bekommt der mehr als nur einen Satz heiße Ohren, dafür sorgt dann schon jener Staatsanwalt der beim Ersten Mal den Eingang nicht finden konnte, den man erst mit Bilder auf die Sprünge helfen mußte.
Ach ja den Witz mit den Wasserproben kann man sich auch schenken, denn wenn der Kram im Wasser ist kann man den Dreck nicht mehrt einfangen. Naja wenigsten den Stollen müßte man dann wieder öffnen um ihn dann Besenrein zu machen.
Was will man aber auch von einen Experten der SGD Süd verlangen der behauptet, Fledermäuse fliegen nur dreißig Meter in einen Stollen rein, weil es dann zu dunkel wird. Da kann man mal sehen was ständiges Kaffe trinken zusammen mit einer Bestrahlung durch Kunstlicht im Hirn anrichten kann. Wohl dem der keines mehr hat.

Ich habe mir im Übrigen jetzt zwei Beißzangen zugelegt, zum Hosen anziehen.

stutta

Mir ist ein Lapsus passiert deswegen ist das Bild wieder weg.

deproe

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11

Samstag, 18. September 2010, 23:38

Re: Ruf II

Das hört sich als Außenstehender ziemlich verbittert an und zeigt auch eine gewisse Ratlosigkeit über soviel Vermessenheit der kommunalen "Obrigkeit".
Nach meinem Dafürhalten wurde da ein dichtes Netzwerk gesponnen.
Da wie immer mehrere "Spinnen" am (Bau)Werk sind, will auch Jede "bedient" werden. Sollte dies mal nicht der Fall sein, werter Walter, dann wird der Faden aufgeräufelt.
Ich will sagen, hier vorort sind seit Jahren Müllsachen gelaufen mit Genehmigungen der kommunal Verantwortlichen - Einer hat geplaudert - jetzt stehen alle vor Gericht!
Wenn natürlich Staatsanwälte sich "dumm" stellen, dann ist der Kreis ein viel Größerer oder es geht um mehr € !!!
bis dann gruß deproe

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Montag, 27. September 2010, 09:46

Re: Ruf II

Sehr Aufschlussreich der Neuerliche Artikel in der Rp PS

Alles in Ordnung mit dem Saustall !?
ruppertsweiler: Warum beim Rückbau von Bunkern mit zweierlei Maß gemessen wird

von klaus kadel


Zivile Atombunker sind gefährlicher als militärisch genutzte Bunker. Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man den Zustand des behördlich genehmigten Saustalls im früheren Nato-Hauptquartier Ruppertsweiler (wir berichteten am 13. August) mit dem piekfeinen Rückbau des früheren Regierungsbunkers in der Eifel vergleicht.


Am so genannten Ausweichsitz der Verfassungsorgane in Marienthal in der Eifel wurden zwischen 2001 und 2006 alle Anlagenteile restlos entfernt und sogar die Farbe von den Wänden sandgestrahlt, damit auch ja keine Gefahr mehr von der einst riesigen Anlage unter der Erde ausgehen kann. In Ruppertsweiler blieben Teile der Anlage fast komplett so, wie sie von der Nato hinterlassen wurden, mit fast allen Anlagen zur Wasser-, Energie- und Luftversorgung. Müllsäcke liegen haufenweise herum und die Polizei fand auch noch asbesthaltiges Material. Alles in Ordnung, heißt es jedoch von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt.


Das Mainzer Umweltministerium, zuständig für den Rückbau des Eifeler Regierungsbunkers und eigentlich auch für das frühere Nato-Hauptquartier in Ruppertsweiler, hatte auf die Frage, wieso in der Eifel mit einem anderen Maßstab rückgebaut wurde als in der Südwestpfalz, zunächst zwei Wochen intensiv recherchiert, um schließlich zu dem Schluss zu kommen, dass die SGD-Süd doch besser die RHEINPFALZ-Anfrage beantworten soll. Und deren Antwort ist wahrlich sehr aufschlussreich: „Der Regierungsbunker in Marienthal unterlag nicht der militärischen Nutzung und wurde auch nicht zur Aufnahme als Konversionsfläche gemeldet. Die Bundesvermögensverwaltung blieb zuständig und hat alle notwendigen Entscheidungen getroffen." In der Eifel wurde also akribisch alles ausgebaut, weil es ein ziviler Bunker war!


Die Bundesregierung hatte also ein hochgefährliches Objekt unter Tage hinterlassen, während die Nato einen harmlosen Bunker, praktisch naturnah, biologisch-dynamisch und rundum ökologisch einwandfrei im Fels bei Ruppertsweiler genutzt hatte. Da war dann auch sofort klar, dass es in Ruppertsweiler ausgereicht hatte, quasi nur ein Döschen Motoröl aus den Generatoren abzuzapfen - der Rest konnte so bleiben wie er ist. Vielleicht war aber auch dieses Motoröl sogar noch reines Rapsöl aus Bioanbau. Wieso diese Art von Rückbau im Fall von Ruppertsweiler dann 400.000 Euro verschlang, bleibt jedoch ein Rätsel.


Dementsprechend wird auch die Anzeige eines Umweltschützers im Sande verlaufen. Die Staatsanwaltschaft in Zweibrücken hat die Ermittlungen zwar noch nicht abgeschlossen, teilte aber mit, dass keinesfalls gegen Mitarbeiter der SGD-Süd ermittelt werde. Es werde nur noch geprüft, ob der im Bunker verbliebene Müll so genehmigt war und ob die Genehmigung in Ordnung sei. Anhaltspunkte für eine Straftat hätten sich bisher jedoch nicht ergeben.


Aufschlussreich ist allerdings der Schlusssatz der SGD-Antwort: „Auch Belange des Natur- und Denkmalschutzes wurden berücksichtigt." Und da haben wir den wahren Grund für die Untätigkeit im Berg gefunden. Archäologen in ferner Zukunft soll die Arbeit erleichtert werden. Hätte man das Nato-Hauptquartier besenrein leergeräumt, würden in 400 Jahren oder später unsere Nachfahren beim Auffinden des Bunkers diesen als ordinären Weinkeller klassifizieren. So können sie jedoch sofort erkennen, dass hier in der Südwestpfalz dereinst der atomare Luftkrieg kommandiert werden sollte und unter welchen Bedingungen anno 1990 die Führungsebene der Nato-Luftwaffe ihre Arbeit verrichtete. Wie weitsichtig doch manchmal Behörden denken können...



Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.224
Datum: Montag, den 27. September 2010
Seite: Nr.27
"Deep-Link"-Referenznummer: '6857358'

NA wenn der Denkmalschutz berücksichtig wurde ist ja alles gut, oder?
Fazit, laß dich nicht mit Kleinkleckerkram erwischen, hau den Dreck mit der Sauboll in den Wald dann passiert dir nichts. Ach was Grundwasser, unser Wasser kommt doch aus der Wand. Die da in Ruppertsweiler die Leute na die meisten haben dahin gebaut die wußten doch das da der Tunnel ist. Und die jetzt da leben habe auch nichts zu befürchten, der Dreck ist für eure Enkel.

Westwall

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Montag, 27. September 2010, 20:42

Re: Ruf II

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich wegen diesem Schlusssatz der SGD lachen oder weinen soll... so kann man in meinen Augen Umweltverschmutzung auch begründen brutale_31.gif brutale_31.gif

MfG
Martin
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Stutta

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Montag, 27. September 2010, 21:06

Re: Ruf II

Es würden einige Leserbriefe gut tun.
Es ist was unter wegs, aber einige mehr täte nichts schaden. Muß ja auch nicht lang sein.

Hier hin ==> <!-- e --><a href="mailto:redpir@rheinpfalz.de">redpir@rheinpfalz.de</a><!-- e -->

stutta

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Samstag, 2. Oktober 2010, 10:00

Re: Ruf II

RP LB von Heute den 02.10.2010 Müllkippe wurde finanziert"

Zum Thema „Nato-Bunker" in Ruppertsweiler:

Was hier als sachgerechte Behördenentscheidung verkauft wird, ist in Wahrheit erneut ein Zeugnis der Hilflosigkeit, mit den Hinterlassenschaften des Kalten Krieges angemessen umzugehen.
Der Nato-Bunker in Ruppertsweiler wurde mit behördlicher Genehmigung zur Müllkippe verkommen lassen. Eigentlich ein starkes Stück: Jeder private Hauseigentümer, der illegal Müll und möglicherweise belastetes Material irgendwohin wirft, bekommt es sehr bald mit den Ordnungsbehörden zu tun und wird seines Lebens nicht mehr froh. Tut dies jedoch eine wichtige Landesbehörde, dann ist das natürlich etwas ganz anderes, denn die Belange von Umwelt- und Denkmalschutz wurden schließlich berücksichtigt, wie man in der Zeitung lesen kann. (...)(... Haben wir es hier etwa mit dem berühmten „Stück aus dem Tollhaus“ zu tun?)
Das alles ist nur ein Glied in einer langen Kette. Von „Konversion" wird schon seit dem Ende des Kalten Krieges und dem Abzug der Militärs viel geredet. Passiert ist meist nur dort etwas, wo private Investoren oder Kommunen den Mut zur Umgestaltung, Neunutzung oder anderweitigen sinnvollen Verwendung der Kasernen, Übungsgelände und Bunker aufbrachten. Ansonsten, und da ist der Ariusbunker nur ein Beispiel von vielen, wurde eigentlich nur Murks gemacht: Man muss ja in Ruppertsweiler nur ein paar hundert Meter weiter gehen, dann findet man die Ariuskaserne im Wald. Eine idyllische Liegendschaft, beim Abzug der Nato voll und ganz intakt - jetzt eine ruinöse Ansammlung vielfach zerstörter Gebäude, umgeben von einem zerrissenen Zaun, geplündert und verschmutzt.
Zurück zum Stollensystem im Arius: Während für den in den 80erJahren gebauten Teil II der Anlage wohl Hintergrundgespräche mit einem Investor laufen, der dort ein High-Tech-Projekt einbauen will, wurde der Teil I des Bunkers, der immerhin die längste und interessanteste Geschichte aufzuweisen hat, zu einem „Saustall" gemacht. Die Vorstellung, es sei tatsächlich alles in Ordnung, weil es eine Behörde so entschieden hat, ist doch reichlich naiv.
Nun, bloße Kritik und Behördenschelte soll nicht alles sein, was ich hier zum Besten gebe. Daher mal ein konstruktiver Vorschlag: Lasst uns den Bunker öffnen, den Dreck herausschaffen und die Anlage dann so herrichten, dass man sie Interessierten zeigen kann. Das ist, mit Verlaub, kein „Militärtourismus", wie vereinzelt schon zu hören war, sondern die Möglichkeit, sich mit der lokalen Geschichte an einem historisch gleich in mehrfacher Hinsicht interessanten Ort zu beschäftigen. Und finanzielle Mittel scheint es ja zu geben: die Einrichtung der Müllkippe wurde schließlich auch finanziert, der Konversion sei Dank ...
Wer entscheidet eigentlich darüber, was die Leute sehen dürfen und was nicht? Behörden? Selbst im ehemaligen Regierungsbunker konnte ein kleiner Teil für die Nachwelt erhalten werden - und das, obwohl dort die Devise galt: „Alles muss raus" Wir Südwestpfälzer sollten uns nicht mit behördlichen Erklärungen abspeisen lassen. (... )(...es geht halt nicht, weil es halt nicht geht.) Noch dürfte der Ariusbunker noch nicht so verrottet sein, dass man ihn gar nicht mehr nutzen kann. Deshalb: lasst uns etwas unternehmen, bevor es endgültig zu spät ist. Und dem Investor in Teil II des Bunkers kommt man damit sicher nicht in die Quere.

Jürgen P. Rubeck, Pirmasens

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.229
Datum: Samstag, den 02. Oktober 2010
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '6862463'

Ich habe die gestrichenen Sätze wieder eingefügt.

Stutta

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Samstag, 2. Oktober 2010, 10:07

Re: Ruf II

Die RP PS Schreibt heute:
Stutterich: „Denkmal ist kaputt"
Ruppertsweiler: Umweltschützer zum Arius-Bunker

Als „sehr seltsam" bezeichnet Walter Stutterich vom Bund für Umwelt und Naturschutz die Vorgänge um das frühere Nato-Hauptquartier bei Ruppertsweiler und den dort immer noch lagernden Müll. Stutterich ist der Umweltschützer, der bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen illegaler Müllentsorgung gestellt hat (wir berichteten mehrfach).
Stutterich berichtet von einem Rückbauplan, der im November 2006 im Eingangsbereich aufgehängt gewesen sein soll. Dieser habe den Eindruck erweckt, dass mit der Spachttel auch der letzte Farbrest von den Bunkerwänden zu kratzen sei. Stutterich fordert die Veröffentlichung dieses Rückbauplans, der offenbar weitergehende Maßnahmen vorsah, als tatsächlich erfüllt wurden.
Fragwürdig ist für den Umweltschützer auch das Einpacken von Asbest und anderem Müll in Säcke, die dann einfach im Bunker belassen und nicht ordnungsgemäß entsorgt wurden. „Jeder private Mensch, der auch nur mit dem Besen sein Asbestdach von dort wucherndem Moos abkehrt, bekommt massiv Ärger. Hier im Stollen Ruppertsweiler sieht der Staatsanwalt keinen Handlungsbedarf", moniert Stutterich und stellt die Frage, ob der Müll in den Tüten überhaupt aus dem Stollen stammt, oder ob nicht jemand heimlich Müll reingeschmuggelt haben könnte.
Die gleiche Frage stellt sich Stutterich wegen des Erdaushubs, der im neuen Teil des Bunkers abgeladen wurde. Der Umweltschützer bezweifelt die Aussage der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD), wonach es sich um Erde von anderen Bunkereingängen handele. „Hat da jemand billig entsorgt?", mutmaßt Stutterich.
Rätselhaft empfindet er die hohen Kosten von 400.000 Euro und fordert die Offenlage der Kostenabrechnung für diese seiner Meinung nach unvollständige Art von Rückbau.
Was die Aussage der SGD betrifft, dass auch Belange des Naturschutzes und Denkmalschutzes zu berücksichtigen waren, bemerkt Stutterich, dass nur wenige Meter PVC-Rohre für Fledermäuse und Amphibien verlegt wurden. Als Denkmal könne das frühere Nato-Hauptquartier nach dem Verschließen und dem Müll drinnen, nicht mehr gelten. „So wie ich das sehe, ist das Denkmal kaputt", resumiert Stutterich. (kka)


Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.229
Datum: Samstag, den 02. Oktober 2010
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '6876218'

Leider hat kein weiterer Stollenfreund oder auch ein Stollentroll, sich zu Wort gemeldet. Es waren doch so viele drin!

Aber wer jetzt mir noch ein Bild von der Innenanlage als PDF (da sind dann keine Daten mehr dran) zu senden möchte, benutze doch bitte meine e-Brief ADR. Das Bild wird ohne Namen hier eingestellt.

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Montag, 24. Januar 2011, 14:17

Re: Ruf II

Die RP PS titelt Pirmasens Ruppertsweiler Die Akte Bunker ist geschlossen vom 22.01.2011
Ruppertsweiler: Staatsanwaltschaft Zweibrücken stellt die Ermittlungen wegen des Mülls im ehemaligen Nato-Hauptquartier ein
Nach einem Jahr Ermittlungen hat die Zweibrücker Staatsanwaltschaft die Akte „Nato-Bunker Ruppertsweiler" geschlossen. Die Mülleinlagerungen in den unterirdischen Stollen des früheren Nato-Hauptquartiers „Airnorth" stellten „kein strafbares Verhalten" dar, so dass die Ermittlungen eingestellt wurden, wie die Staatsanwaltschaft Zweibrücken jetzt dem Anzeigenerstatter schriftlich mitteilte.
Im Dezember 2006 hatte die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) die Bunkeranlage mit massiven Betonwänden verschlossen und übererdet. Zuvor sollte ein Unternehmen die Anlagen entfernen und den Müll entsorgen. Laut einem SGD-Sprecher sei alles, „was nicht niet- und nagelfest" war, entfernt worden (die RHEINPFALZ berichtete mehrfach).
Im Dezember 2009 wurde die Anlage jedoch wegen des Interesses eines Investors aus Luxemburg wieder geöffnet und Spaziergänger fanden in dem alten Bunkerteil aus Wehrmachtszeiten, der nicht für den Investor interessant ist, erhebliche Müllmengen, teilweise zum Abtransport schon verpackt und bereitgestellt. Das kam auch Walter Stutterich vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zu Ohren, der im Januar 2010 Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattete. Die verlief zunächst ohne Ergebnis, da die Staatsanwälte den Eingang im Fresstal beim Beckenhof nicht finden konnten und die Ermittlungen im April einstellten. Nach einer erneuten Anzeige Stutterichs, diesmal mit Wegbeschreibung zum Eingang, fand eine Ortsbesichtigung von Polizei und Staatsanwaltschaft statt, bei der auch strafrechtlich relevantes Material gefunden wurde.
„Bei einer Begehung der Bunkeranlage im Juli dieses Jahres wurden vier Big Bags mit KMF vorgefunden", teilte die Staatsanwaltschaft jetzt Stutterich mit. „KMF" ist die Abkürzung für Künstliche Mineralfasern, im Volksmund auch Asbest genannt, die beim Einatmen hoch krebserregend sind. Diese großen Plastiksäcke - Big Bags - durften jedoch mit Genehmigung der SGD im Bunker bleiben, urteilt nun die Staatsanwaltschaft. Von den KMF-Abfällen gehe keinerlei Gefahr für Luft, Wasser oder Boden aus, versichert die Staatsanwaltschaft. „Eine Gesundheitsschädlichkeit der Stoffe beruht lediglich auf der Freisetzung von Fasern durch Einatmen. Diese Möglichkeit ist aufgrund der Lagerung in Big Bags ausgeschlossen", so die Mitteilung der Staatsanwaltschaft an Stutterich. Das Ablagern stelle keine Straftat dar, da es genehmigt war. Wer dafür verantwortlich ist, könne nicht mehr nachvollzogen werden, was auch unerheblich sei, da es ja keine Straftat sei, heißt es weiter.
Auch der Straftatbestand des unerlaubten Betreibens einer Mülldeponie scheide aus. Die Begründung der Gesetzeshüter: „Ein Betreiben in diesem Sinne setzt voraus, dass es sich um die mit einer gewissen Intensität erfolgende Nutzung einer Fläche als Ablagerungsstätte für Abfälle handelt, wobei erforderlich ist, dass entweder immer wieder Abfälle auf die Fläche verbracht werden oder im Rahmen einer größeren Aktion erhebliche Mengen von Abfällen abgelagert werden." Die vier Big Bags seien in einer einmaligen Aktion in „nicht erheblicher Menge" eingelagert worden.
Zu den sonst in dem Bunker vorzufindenden Abfällen von Bauschutt, Büromaterial, Möbeln, Isolierstoffen, Maschinen und Elektrokabeln sowie einer Menge an Kunststoffen äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht.
Für Stutterich sind die Begründungen der Staatsanwaltschaft „weit hergeholt" und er empfindet das Schreiben als „Frechheit". „Die wollten gar nichts finden", urteilt Stutterich über die staatsanwaltlichen Ermittlungen.
Der Bunkereingang im Fresstal ist inzwischen übrigens wieder fest verschlossen und übererdet. (kka)
Gefährliche Erbschaft Von klaus kadel
Ruppertsweiler hat mit dem früheren Nato-Hauptquartier eine Mülldeponie bekommen, die später noch Probleme bereiten wird.
Jetzt ist es doppelt amtlich: Der Saustall im früheren Nato-Hauptquartier ist voll in Ordnung und stellt keine Gefahr dar. Das Vorgehen der Firma, die mit dem Ausräumen des Bunkers beauftragt war, ist keine Straftat, da von einer Behörde genehmigt, und gegen die Behörde wollte die Staatsanwaltschaft auch nicht ermitteln. Der Bunker müsse als eine Art Mülldeponie erachtet werden, in der ungefährliche Stoffe auf alle Zeiten sicher gelagert werden könnten, hatte die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) die Belassung der Abfälle begründet. Die „Technische Anleitung Siedlungsabfall" sagt da was anderes. Dort wurde festgeschrieben, das nach dem 1. Juni 2005 keine Abfälle mehr unbehandelt auf Deponien abgelagert werden dürfen. Deshalb gibt es schließlich auch in Fehrbach die Müllverbrennungsanlage, die den Müll erstmal verbrennt, bevor er abgelagert werden darf. Und was macht die SGD? Sie eröffnet munter ein Jahr später eine neue Mülldeponie für unbehandelte Abfälle, um Kosten für die Entsorgung zu sparen. Ob das so ganz in Ordnung ist, darf bezweifelt werden. Ausbaden darf den behördlich genehmigten Saustall eine spätere Generation der Ruppertsweilerer, wenn der Dreck vom Bunker irgendwann raussickert. Jetzt wird auch klar, warum nach dem Aufräumen kein Nichtamtlicher mehr reindurfte und die SGD auch vehement gegen eine Tür zur Kontrolle des Bunkers war.


Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.17 Datum: Freitag, den 21. Januar 2011
Seite: Nr.16"Deep-Link"-Referenznummer: '7263517'

LB an die Rp
Die Menschen hier in der Hinterpfalz scheinen Menschen zweiter Klasse zu sein, wenigsten in den Augen der verantwortlichen Behörden, so könnte man wohl meinen wenn man die Geschichte um die Natoanlage Ruf I verfolgt. Und weils so schön ist kann man ja dann diese Bürger auch ruhig weiter richtig verarschen! Und alle unsere sonst so besorgten Volksbeauftragten schweigen!
Aber was will man auch erwarten, wenn der Vertreter der beauftragen Behörden als Kommentar zum geforderten Erhalt der Stollenanlage von sich gibt, Fledermäuse brauchen die Anlage ja nicht in der ganzen Größe, „die fliegen da nur dreißig Meter rein, denn ab da ist es ja dunkel“, und das mit den Unterton voller Überzeugung in der Stimme.
Na ja vielleicht hätte man dann auch das Licht anlassen können, damit wäre das Problem wenigstens für die Fledermäuse gelöst.
Aber nicht das Problem der unterirdischen Mülldeponie in Ruppertsweiler, die von Amtswegen eingerichtet, und nun auch noch von den Behörden geduldet wird.
Das ist insofern völlig unverständlich, wenn man bedenkt das im ehemaligen Ausweichsitz der BRD jede Schraube entfernt worden ist, ja es sind sogar die Wände durch sandstrahlen vor der üblichen Wandfarbe befreit worden, und das so gründlich, das für die eingerichtete Museumsstrecke über 200m von vormals 19 Km Länge alles neugemacht werden mußte.
Und hier im Biosphärenreservat Pfälzerwald macht man untertage eine Mülldeponie auf. Auf die Idee diesen in den Jahren 1939- 40 entstandenen Stollen der Wehrmacht anders zu Nutzen ist ja schon mal gar keiner gekommen, trotz Anregungen von außen. Natursschutz oder Denkmalschutz. Eine wahrlich tolle Leistung meine Herrschaften!
Eine Anzeige wegen der Müllablagerung verläuft nun auch noch im Sande nach dem man anfänglich ja die Türen nicht gefunden hatte.

So steht im Schreiben der Staatsanwaltschaft, „Auch das ablagern selbst stellt keine Straftat dar. Insbesondere liegt kein unerlaubtes Betreiben von Anlagen gem.§ 327 Abs.1 StGB vor. Ein Betreiben in diesem Sinne setzt voraus, dass es sich um der mit einer gewissen Intensität erfolgte Nutzung einer Fläche als Ablagerungsstätte für Abfälle handelt, wobei erforderlich ist, dass entweder immer wieder Abfälle auf die fragliche Fläche Verbracht werden sollen oder zumindest im Rahmen einer größere Aktion erheblichen Mengen von Abfällen abgelagert werden. Ein derartiges Verhalten ist vorliegen nicht gegeben. Beim Verbleib der 4 Big Bags in der Bunkeranlage handelt es sich um eine einmalige Aktion hinsichtlich einer nicht erheblichen Menge.
Eine nachträgliche Ablagerung der Big Bags durch Dritte kann nach Ergebnis der Ermittlungen ausgeschlossen werden. Denn insoweit hätten bei der Begehung der Bunkeranlage im Juli dieses Jahres mehr als die 4 Big Bags aufgefunden werden müssen, da nicht zu erwarten ist, dass ein unbekannter Dritter zwar 4 Big Bags ablagert , zeitgleich aber 4 bereits vorhandene wieder mitnimmt.“

Daß die Behörden den Bürger für dumm verkaufen, nun gut, da gewöhnt man sich mit der Zeit dran. Aber mal ehrlich für wie blöde halten die Herrschaften uns eigentlich wirklich.
Diese Armleuchter geben 400.000.- Euro aus um den Mist von den Wänden zu reißen, in große Plastiksäcke zu stecken, und das Ganze dann in der Anlage liegenzulassen.
Totaler Irrsinn. Wenn das ein normaler Mensch so machen würde, bekäme der eine Einweisung ins Irrenhaus.
Also wenn das nicht nach Machenschaften und nach Klüngel aussieht.

Ein Gutes hat es ja schon noch. Sollte es in ferner Zukunft mal zu einem Tagebruch kommen, den die dann Verantwortlichen nicht gleich mit Beton voll laufen lassen, werde sich die Forscher der Zeit üble Kopfschmerzen bei der Überlegung darüber einfangen, was das alles wohl einmal sollte.

Stutta

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Mittwoch, 5. Oktober 2011, 09:33

Re: Ruf II

Neues vom Ruf II in der RP PS vom 29.09.2011

Pirmasens RUPPERTSWEILER Unter dem Arius tut sich was
RUPPERTSWEILER: Investor stellt seine Pläne für ein großes Rechenzentrum im nie in
Betrieb gegangenen Bunker II rund 100 Einwohnern vor
Groß war am Dienstag das Interesse der Bevölkerung von Ruppertsweiler an einer Bürgerversammlung zum
Thema „Nachnutzung der Bunkeranlage Ruppertsweiler Underground Facility II” (Ruf II) in der Ruppertshalle.
Eingeladen hatte Ortsbürgermeister Hans Föller. In Kürze soll dort das weltweit größte und modernste
Datenspeicherzentrum entstehen. Investor Jörg Meinke zeigte sich zuversichtlich, dass Betriebsbeginn bereits im
zweiten Quartal 2013 sein kann.
Zu verdanken hat die Region die Entwicklung wohl der Tatsache, dass Investor Jörg Meinke von der in
Munsbach/Luxemburg ansässigen Firma Meinke Holding von 1994 bis 1997 im ehemaligen Nato-Hauptquartier
im Bunker „Ruf I” tätig war. Von daher kennt er auch den Lemberger Ortsbürgermeister Heinrich Hoffmeister.
Meinke erinnerte sich an die alte Bunkeranlage Ruf II, die nie fertiggestellt wurde. Dort soll das IT-Projekt
verwirklicht werden.
Ohne eine genaue Investitionssumme zu nennen, sprach Meinke von einem dreistelligen Millionenbetrag. Für das
zukünftige Hochsicherheitszentrum wurde die IDCH GmbH mit Sitz in Lemberg gegründet, die inzwischen beim
Handelsregister des Amtsgerichts Zweibrücken eingetragen ist. Während das Rechenzentrum selbst im Arius
errichtet wird, soll eine Betriebsstätte im Lemberger Gewerbegebiet an der Kreisstraße 36 entstehen. Bei „IDCH”
handelt es sich um die Abkürzung des Projektes „Intelligent Data Center Hub Areal Münchweiler (Ruf II)”.
Das Rechenzentrum mit einem Energieeffizienzstandort wird nach dem Worten von Meinke einmalig in der Welt
und auch von Technik und Ausstattung her ein Vorzeigeprojekt sein. Das IT-Projekt bringe der Region 250
Arbeitsplätze. Interessant sei für ihn die Anlage deshalb, weil sie unter der Erde liege und in der Bunkeranlage
Ruf II nur noch die Technik ausgebaut werden müsse. Man baue zur höchstmöglichsten Sicherheit eine eigene
Stromerzeugung in Form eines gasbetriebenen Blockzeitkraftwerkes auf dem Ariusberg.
Während Ruf I für Meinke ein abgeschlossenes Thema sei, lediglich in Ruf II neue Maßstäbe im IT-Bereich
gesetzt würden, könnte das EDV-Hochsicherheitsrechenzentrum auch für Ruppertsweiler Vorteile bringen. Zu
dieser Aussage kam sowohl Meinke, als auch Andreas Jacob, der geschäftsführende Gesellschafter der
Kaiserslauterer Planungsfirma Firu, die sich auf die Industrialisierung brach liegender Flächen, die zumeist früher
militärisch genutzt wurden, spezialisiert hat: Die Projekte Flugplatz Zweibrücken, Hospital Münchweiler und
demnächst auch die ehemalige Tankfarm Hinterweidenthal nannte Jacob als Referenz. Auch wenn das Arial
überwiegend auf Münchweilerer Gemarkung auf dem Arius liege, werde Ruppertsweiler tangiert und Lemberg
betroffen. Alle Planungen seien im Vorfeld mit allen Behörden abgestimmt. Demnach sei der Eingang Süd
Hauptzugang, während der Nordeingang Nebenzugang werde. Dort würden zudem Energie- und Kühlraumlager
untergebracht. Die Ariuskaserne selbst, die noch in der Hand des Bundes ist - die Bunkeranlage Ruf II steht im
Eigentum des Landes (Forstverwaltung) -, soll entwickelt werden für Dienstleistungsunternehmen.
Zweck der Maßnahme ist laut Meinke, die hohe Summe an Steuergeldern, die für die 2006 still gelegte
Bunkeranlage Ruf II investiert wurde, durch weitere Investitionen, ausschließlich privater Investoren, zu
aktivieren. Ziel sei es, das weltweit größte, modernste und sicherste Rechenzentrum zu errichten, das von Anfang
an schwarze Zahlen schreiben soll. Auswirkungen werde es für die gesamte Region haben. Meinke bot den
Bürgern Ruppertsweilers ein wesentlich schnelleres Internet sowie eine verbesserte Gasverbindung an. Gas
werde man von den Gemeindewerken Münchweiler beziehen, so dass der Umfang des Gasbezugs den Gaspreis
für die Privaten drücken werde. Letztlich könnte auch die Bevölkerung wachsen, indem Beschäftigte ihre
Wohnsitze in den Bereich ihrer neuen Arbeitsstätte Lemberg verlegen.
Fragen aus der Bevölkerung gab es in Fülle, die sowohl Meinke, als auch Jacob offen beantworteten. Da bislang
bereits Millionen Euro in Pläne und Gutachten investiert wurden, will man kein zweites „Stuttgart 21” erleben, hieß
es. Vielmehr suche man den Kontakt zur Bevölkerung und wolle diesen auch ständig pflegen. Heute steht ein
Termin mit der örtlichen Presse auf dem Programm.
Mit dem in den vergangenen drei Monaten erstellten Konzept wolle man nun in die Bauleitplanung und die
verschiedenen Genehmigungsverfahren gehen. Bei der Umsetzung des Projektes will der Investor auf
Unternehmen aus der Region zurückgreifen.
Nach mehreren Fragen in diese Richtung gab Ortsbürgermeister Föller bekannt, dass es bereits Gespräche mit
der Kreisverwaltung Südwestpfalz und Landrat Hans Jörg Duppré wegen der Steuerbeteiligung gegeben habe:
„Ruppertsweiler wird an der Steuerverteilung beteiligt werden.” Beifall brandete nicht nur bei dieser Information
auf, sondern auch bei Meinkes und Jacobs Ausführungen.
Am Ende der ersten, rund zweistündigen Infoveranstaltung, der im Dezember eine weitere folgen soll, registrierte
Föller „erstaunte Gesichter” in Reihen seiner Bürger, aber auch die gekommenen Einwohner Lembergs und
Münchweilers schienen zufrieden. Das war bereits am Vorabend der Fall, als im nichtöffentlichen Teil der
Ratssitzung in Ruppertsweiler detailliert das Projekt von Investor und Planer vorgestellt und erläutert worden war.
(dan)
Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.227
Datum: Donnerstag, den 29. September 2011
Seite: Nr.18
"Deep-Link"-Referenznummer: '8170366'