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Saska

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1

Samstag, 23. Oktober 2010, 12:25

Regelbau Limes 10, 10a, 11 und ihre Varianten

Hallo Zusammen

Wir alle kennen die Regelbauten Limes 10, 10a und 11.

Nun finden sich gerade am Oberrhein eine ganze Fülle von veränderten Versionen oder sagen wir mal Varianten dieser Bauwerke. Ich verwende hier den Ausdruck Varianten, da ich mir nicht immer so wirklich sicher bin, ob es sich dabei um Sonderkonstruktionen handelt oder nicht.

Es gibt da z.B. auf dem Bauwerksdach aufgesetzte Kampfräume des Limes 10, anstatt seitlich angehängte, oder seitlich angehängte aber höher angesetzte Kampfräume. Dann sind die Kampfräume manchmal komplett extern vom Mannschaftraum abgesetzt, also mehrere Meter entfernt gebaut worden und in einem Fall wurde der Kampfraum eines Limes 10a ganz einfach größer gebaut um Betten einbauen zu können und der eigendliche Mannschaftsraum wurde erst gar nicht gebaut usw. Einigen Forenmitgliedern werden diese Bauwerke sicherlich bereits im hiesigen Bereich aufgefallen sein.

Ich kenne solche Fälle allerdings nur vom Oberrhein. Grund hierfür war meißt der Hochwasserdamm welcher im Schußfeld des Kampfraumes störte und überwunden werden mußte.
Aber war dies der einzige Grund hierfür?

Auch würde mich interessieren, ob jemand ähnliche Fälle dieser Bauwerke am übrigen Westwall, sprich außerhalb der Oberrheinstellung kennt oder gesehen hat?
Wenn ja, welche Gründe hatte der Umbau dort und welche Varianten wurden dort erstellt?

Es geht mir hier nicht um Bauwerksstandorte sondern vielmehr den Sinn und Zweck dieser ganzen Varianten und Veränderungen zu ergründen, den gerade am Oberrhein gibt es eine auffallend große Anzahl davon. Der Grund des Überganges vom Pionierbauprogramm zum Limesprogramm 1938 war ja die Gewährleistung einer schnellen Massenfertigung von Bunkeranlagen, aufgrund einfacher Bauformen. Dies stellt aber für mich, im Falle all dieser unterschiedlichen Veränderungen und Varianten ein Wiederspruch dar. Oder sah es zumindest für den Oberrhein so aus, dass die schnelle, schablonenhafte Ausführung dieser Massenfertigung nicht so einfach zu realisieren war, wie man sich das vorher dachte?

Vielleicht lässt sich hier eine interesannte Diskussion ins Leben rufen, denn mich würden die Meinungen der Forenmitglieder hierzu interessieren.

Beste Grüße

Saska
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Stutta

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2

Samstag, 23. Oktober 2010, 21:54

Re: Regelbau Limes 10, 10a, 11 und ihre Varianten

Es gibt hier im Pfälzerwald eine ganze Reihe von Limes 10 und 10a mit kleinen Änderungen und Erweiterungen. Erwweiterungen vor allem verdeckte Zugänge und Hofüberdeckungen. Die Bunker wurden oftmals mit der Schmalseite in den Hang gebaut und nur der Kampfraum schaute etwas aus dem Hang raus. Dazu mußte es einen längeren Zugang geben der eben auch geschlossen sein mußte.

stutta
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3

Samstag, 23. Oktober 2010, 22:13

Re: Regelbau Limes 10, 10a, 11 und ihre Varianten

In der Gegend um Merzig gibt es zwei Regelbau 10 mit aufgesetzten Kampfräumen, um über einen Bahndamm hinwegzuschießen.
Nicht weit weg gibt es eine Variante des Regelbau 10 mit komplett überdecktem Eingangshof und individuell gestaltetem Eingangsbauwerk, sehr schöne Anlage.
Die Gegend um Merzig ist auch reich an Varianten des Regelbau 10a. Man findet mehrere Regelbau 10a in Vorderhangstellung mit überdecktem Eingangshof und somit einem seitlichen Eingang an der jeder Flanke. Die flankierende Scharte des Kampfraums befindet sich bei dieser Variante im Bunkerinneren und dient quasi als Eingangsverteidigung.
Desweiteren gibts in Merzig auch einen Regelbau 11 mit überdecktem Eingang in Vorderhangsstellung.
Die überdeckten Eingänge sollten den Hangdruck abfedern, etwas was wir am Oberrhein ja eher selten vorfinden. Außerdem lassen sich diese Bauwerke sehr gut tarnen.

Um Besseringen gibt es einen erdversenkten Regelbau 10 mit Kampfraum auf der Bunkerdecke sowie einen erdversenkten Regelbau 10a mit seitlich auf Deckenhöhe des Truppenraums angesetztem Kampfraum. Bei beiden Bauwerken dient die Variante der Tarnung des Bauwerks.

In der Gegend um Mettlach gibt es einen Regelbau 10 mit aufgesetztem Kampfraum, der über die Mauer einer Parkanlage hinwegschießen sollte.

Erwähnenswert wären auch noch die Regelbauten 10b1, die es in der Gegend auch gibt, als Alternative zur Sonderkonstruktion eines Regelbau 10a !

Gruß aus dem Saarland

B00nfire
Nach der Sprengung sind alle Bunker gleich.

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Stutta

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4

Sonntag, 24. Oktober 2010, 11:57

Re: Regelbau Limes 10, 10a, 11 und ihre Varianten

Limes 10 Gewehrscharte als Eingangsverteidigung. sind im PW so oder so ähnlich offter anzutreffen.
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5

Sonntag, 24. Oktober 2010, 19:27

Re: Regelbau Limes 10, 10a, 11 und ihre Varianten

Ich hab mich mal an einem groben Plan für den in Merzig versucht !
Ist bestimmt nicht maßstabsgetreu !
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Stutta

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6

Sonntag, 24. Oktober 2010, 20:09

Re: Regelbau Limes 10, 10a, 11 und ihre Varianten

Meist waren nur Gittertüren angebracht, wäre schön zu erfahren ob das im Saarland auch so war. stutta

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7

Sonntag, 24. Oktober 2010, 22:16

Re: Regelbau Limes 10, 10a, 11 und ihre Varianten

Nein, hier war eine ungepanzerte Blechtür drin, keine Gittertür.
Der Kampfraum hat keine Tür und der Zugang nur 1m Durchgangshöhe !
Nach der Sprengung sind alle Bunker gleich.

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Saska

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8

Montag, 25. Oktober 2010, 19:18

Re: Regelbau Limes 10, 10a, 11 und ihre Varianten

Hallo B00nfire und Stutta

herzlichen Dank für die bisherige Beteiligung an dieser Diskussion und den Infos.

Somit hat sich also erst einmal die eine Frage für mich beantwortet, nämlich diese Varianten sind also kein Phänomen welches nur alleine am Oberrhein vorkommt.

Das mit dem Überdecktem Eingang der Anlagen in Hangstellung ist am Oberrein wirklich sehr selten, was losgisch ist durch das Gelände der Tiefebene. Mir ist zumindest auf Anhieb nur eine einzige Anlage bekannt und die steht am Kaiserstuhl.

Jetzt drängen sich mir aber drei weitere Fragen auf:

1. Zum Merzig Plan von B00nfire

Macht denn diese flankierende Eingangsverteidigung bei einer solchen geschlossenen Hofüberdeckung denn überhaupt noch Sinn? Da gibts doch automatisch uneinsehbare bzw. nicht bestreichbare Winkel für die Scharte. Oder liege ich damit falsch.

2. Also Varianten mit aufgesetzten Kampfräumen tauchen somit auch in anderen Bereichen des Westwalls auf. Wie sieht es denn nun mit dem Fall eines völlig extern abgelegen Kampfraum aus. Sprich einige Meter neben dem Mannschaftraum völlig isoliert aufgebaut. Hat jemand so etwas schon mal gesehen?

3. Mir fiel im Nachhinein noch eine Anlage im Bienwald, also nicht BAWÜ ein. Vor einigen Jahren hat mir jemand die dort gezeigt, ich kann mich leider nicht mehr an den Standort erinnern. Es war meine ich ein RB 10 oder 10a und an den wurde später, nach der Fertigstellung noch nachträglich ein gesamter Kampfraumkomplex drangebaut. Das ganze sah dann recht wuchtig und eigentümlich aus. Der Grund zu dieser Erweiterung blieb mir unklar. Vielleicht kann jemand mehr hierzu berichten oder kennt die Anlage.

Grüße Saska
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Stutta

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9

Montag, 25. Oktober 2010, 20:39

Re: Regelbau Limes 10, 10a, 11 und ihre Varianten

Rb 10 der Eingang eventuell mit Treppe ist durch die Gewehrscharte doch gut gesichert, den Bereich vor den Fügel- oder Hangschutzmauern sollte dabei dann wohl durch Nachbarn geeckt sein.

==> 3 JA für den Bienwald das könnte der hier sein.
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10

Dienstag, 26. Oktober 2010, 18:50

Re: Regelbau Limes 10, 10a, 11 und ihre Varianten

Hallo Saska,

Viele Varianten wiederholen sich, mal nur regional, mal auch überregional und deshalb habe ich versucht diese als Bauformen zu definieren. Unter <!-- l --><a class="postlink-local" href="http://www.forum.west-wall.de/viewtopic.php?f=29&t=2268">viewtopic.php?f=29&t=2268</a><!-- l --> findest du den derzeitigen Bauformenkatalog für den Regelbau 10.

Die Vielfalt im Umgang mit den angehängten Kampfräumen scheint schon eine Besonderheit der Oberrheinstellung zu sein, die scheinbar nur dort vorkommt:
- Vom Unterstand abgesetzte Kampfräume bis hin zu weiter entwickelten, selbständigen Kampfräumen mit Schartenplatten 7P7.
- Regelbauten 10 mit einem geknickten, angefügten Kampfraum nach dem Regelbau 10a. (Bauform [1289])
- Regelbauten 10 mit zwei Kampfräumen. (Bauform [1290])

Diese besondere Bauform [1105] aus dem Bienwaldabschnitt findest du auch im Bauformenkatalog zum Regelbau 10. Die Beschreibung hängt unten an.

Beste Grüße
Patrice

"Eine bemerkenswerte Bauform des Regelbaus 10 ist immer paarweise im Bienwaldabschnitt zu finden. Adam Heumüller überlieferte die Geschichte, daß Hitler während einer Besichtigungsreise bemängelte, daß die im Bienwald paarweise, spiegelbildlich und halb flankierend angeordneten Regelbauten 10 einen toten Winkel vor und zwischen beiden Bunkern übrig ließen (B&B Band 2). (Diese Anordnung verringert meiner Ansicht nach die Möglichkeiten die schwachen MG-Scharten frontal unter Beschuß zu nehmen und dieser tote Winkel hätte auch von den beiden Gruppen überwacht werden können.)
Wie es auch sei, beide Bunker wurden um einen Material verschlingenden Anbau ergänzt, der voll und ganz den neuen Normen und Entwicklungen des Jahres 1939 entsprach. Der tote Winkel wurde durch "moderne" Kampfräume geschlossen, wofür allerdings noch keine 20 cm starke Schartenplatten zur Verfügung standen. Deshalb führt der 30 cm breite Schlitz bis durch die Decke, damit eine eventuelle provisorische Platte wieder entfernt werden konnte und durch eine 20 cm starke Platte ersetzt. Diese Konstruktion bedingte auch eine Überdeckung der Scharte, so wie sie im Laufe von 1939 für diese Kampfräume zur Regel wurde.
Wann genau diese Anbauten errichtet wurden läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Manche Paare wurden anstelle von diesen Anbauten um zwei Regelbauten 103 ergänzt."