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Anonymous

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1

Donnerstag, 12. April 2007, 22:53

Bunker WH 20 in Dillingen/Saar... wie alles anfing...

Bunker 20 in Dillingen/Saar

Vom Spielplatz zum Westwallmuseum- ein Vision

Grundinformation:

Bunker 20 steht in der ersten Stellung von ingesamt 3 Linien, die das Stadtgebiet von Dillingen durchziehen. Heute steht er auf einem Spielplatz mitten in einer Wohnsiedlung. Dieses Gelände war allerdings zu seiner Bauzeit noch Acker und Weideland, so daß das Bauwerk zu seiner Bauzeit Ende 1939/Anfang 1940 völlig frei stand. Da der Bunker sich genau zwischen 2 Übersetzstellen der Amerikaner befand, wurde er bei der Errichtung des amerikanischen Brückenkopfes am 06.12.1944 als eines der ersten Bauwerke durch die Amerikaner eingenommen.

Bei dem Bauwerk handelt es sich um einen Regelbau 114 b als Sonderkonstruktion mit einem Treppenhaus. Diese Treppenhäuser wurden seitlich an die Außenwand des Einganges angefügt, um dadurch die Anlage komplett in die Erde bauen zu können ohne einen großen Eingangshof bilden zu müssen. Da das Bauwerk in Stärke A ausgeführt wurde wäre dies bei der Wand und Deckenstärke ein zu tiefer und zu großer Einganshof, der vom Limberg auf der Gegnerischen Flußsseite sehr gut einzusehen und zu kontrollieren gewesen wäre. So wurde der Eingang überdacht und über eine Treppe 6 m tief unter die Erde gesetzt.
Der obere Eingang zum Treppenhaus endete normalerweise direkt in einem Laufgraben. In der Ausführung b besaß das Bauwerk keine Flankierungsanlage im Eingagsbereich, sondern lediglich die Eingangsverteidigungsscharte vom Gruppenraum in den Eingangsflur.

Die Besatzung des Bauwerkes lag bei 12 Mann, 1 Offizier oder Unteroffizier und 10 Mannschaften. Die Bewaffunug bestand aus 2 Mg 34 auf Schartenlafette 34 im 6 Schartenturm. Zur Beobachtung standen 3 Winkelfernrohre in der Wand es Schartenturmes 20P7, sowie ein Panzerrundblickfernrohr als Deckenopftik zur Verfügung.

Das Projekt

Im Sommer 2004 unterbreitete ich der Geschichtswerkstatt Dillingen/Saar (GWS), deren Mitglied ich damals war, den Vorschlag ein Bauwerk in Dillingen zu öffnen und es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, später, nach einer evtl. Restauration als Museum. Dieser Vorschlag wurde prompt angenommen, und nach Auswahl des Bunkers 20 wurden von mir die Verhandlungen mit dem Bundesvermögensamt (heute BIMA) als Eigentümer des Bunkers, und der Stadt Dillingen als Eigentümerin des Grundstückes, geführt. Nach Eingang der Öffnungs- und Betretungserlaubnis zur Sichtung des Bauwerkes begannen die Arbeiten zur Freilegung des Einganges. Einen Vertrag wollten wir erst nach Sichtung des Inneren unterschreiben, da wir nicht wußten in welchem Zustand das Bauwerk war.
Die Kriterien für die Auswahl von Bunker 20 waren in erster Linie:
Ideales Areal, frei züganglich für jedermann, gute Überwachung wegen der zentralen Lage und - was für uns besonders wichtig war - daß das Bauwerk lt. Zeitzeugenaussagen noch völlig intakt und mit allen Türen und Panzerteilen ausgestattet sein sollte.
Lt. dem gleichen Zeugen sollte das Bauwerk kurz nach dem Krieg bei einem Hochwasser der Saar "abgesoffen" sein und daher nicht weiter geplündert worden sein.... So gingen wir frisch ans Werk...

Bild 1 Ausschnitt aus der Westwallkarte von Dillingen (Copyright GWS)

Bild 2 Die Kuppel von Bunker 20 im Frühjahr 2004

Bild3 und 4 Regelbauplan nach Bettinger/Büren mit Veränderungen (Copyright M.L)
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Anonymous

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2

Donnerstag, 12. April 2007, 22:56

An einem schönen Herbstmorgen im Oktober 2004 begann ich um 8 Uhr morgens mit den Grabungen nach dem Eingang... Diese zogen sich, trotz eines vorliegenden Planes des Stadtbauamtes, bis in die späten Nachmittagstunden hin. Mittlerweile hatte ich zwar die Bauwerkskante bis auf eine Tiefe von 2 Metern freigelegt, aber ein Treppenhaus oder einen hinweis auf einen Eingang, konnte ich leider nicht feststellen.

Mittlerweile trafen auch ein paar Freunde und Mitglieder der GWS auf, um sich über den Fortgang der Arbeiten zu informieren... Diesen Menschenauflauf nahm dann eine etwas ältere Anwohnerin zum Anlass, mal nach dem Rechten zu sehen. Infolge des netten Gespräches mit der Anwohnerin erklärte diese, das seit einigen Jahren der Bauhof der Stadt ständig Sand an ein und der selben Stelle abladen würde, weil an dieser Stelle der Boden immer absacken würde..............

Also, schnell mal eine Probegrabung gemacht und - der Eingang war nach 8 Stunden graben, dann doch innerhalb von 10 Minuten gefunden.

Schnell wurde der Eingangsbereich gesichert und wir wagten einen ersten Blick in das Loch, doch zu unserem entsetzen stand dort Wasser bis kurz unter die Betonplombe des Einganges. Also Loch abdecken, Geräte organisieren und am nächsten Morgen wieder loslegen.

Bild 1 im Vordergund das "falsche" wieder verschlossene Loch, hinter dem liegenden Bauzaun der richtige Eingang

Bild 2 Eingang von der Straße aus

Bild 3 Loch der Probegrabung. das Wasser steht bis zu Oberkante
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Anonymous

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3

Donnerstag, 12. April 2007, 22:59

Am nächsten Morgen begann die Arbeit wierum um 8 Uhr morgens.
Ich hatte abends meine 2 Tauchpumpen, ein Stromagregat und ein Tragkraftspritze bereits fertig gemacht und begann alsbald mit dem auspumpen des Loches. Gleichzeitig wurde das Einstiegsloch erweitert und aus einem anderen Bunker ein abgeschweißtes und verzogenes Unterteil einer zweiflügligen Panzertür geborgen, um das Eingangsloch mit seinem Gewicht von ca. 200 kg, gegen allzu neugierige Kinder oder auch Erwachsene abzusichern.

Nach fast 2 Tagen unermüdlichem Pumpen war das Wasser dann endlich so weit gesunken, das man das Bauwerk mit Gummistiefeln betreten konnte. Nur war uns mit dem sinkenden Wasserspiegel eines klar geworden... Das komplette Treppenhaus war nach dem Krieg mit sämtlichem Schrott, der sich in der Gegend anfand, gefüllt worden. Von alten Autoreifen, ganzen Mopets, Fahrrädern, Geschirr, Pfannen uvm.

Das hinabsteigen über diesen ganzen Schrott war nicht ganz ungefährlich, doch ein erster Blick in den Eingangflur ließ die Herzen höher schlagen - die Eingangstür, die Eingangspanzertür und sogar der Anschluss für den Feldfernsprecher waren noch vorhanden. Doch, wie würde das Bauwerk im inneren aussehen? Genauso viel Müll? Die anderen Türen noch drin? Lafetten noch da?
Fragen über Fragen.
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4

Donnerstag, 12. April 2007, 23:01

...
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5

Donnerstag, 12. April 2007, 23:02

Doch auch die anderen Türen im Bauwerk waren vorhanden, die 2 Gasklapptüren, die beiden Gasschiebetüren, die 5 cm Panzertür zum Turm, 2 Lüfter im Bereitschaftraum und Turm, die Bettenhalter, teile der Verkabelung, die Bühnen im Turm und eine der beiden MG-Lafetten im Turm. Diese konnte allerdings erst nach freigraben des Turminneren ausgebaut werden, da der gesamte Turm ebenfalls mit Müll vollgestopft war. Dieser war durch die Deckenöffnung für die Optik, sowie die 3 nicht verschlossenen Schartenöffnungen hineingeworfen worden.
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6

Donnerstag, 12. April 2007, 23:04

Vorratsraum und der Turm außen
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7

Donnerstag, 12. April 2007, 23:06

Spreggranatentreffer am Turm und Bilder des Turminneren
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Donnerstag, 12. April 2007, 23:07

Lafettenbilder und Optiköffnung
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9

Donnerstag, 12. April 2007, 23:08

Im Turm waren Teile der Beleuchtung, Lafettenteile, die Aufnahme für die Deckenoptik und andere Teile noch an ihrem Platz, allerdings ziemlich mitgenommen...

Eine Kalotte (Schartenverschluss) war durch einen Treffer einer Pak oder Panzergranate aus ihrer Halterung gerissen worden, die Granate hatte daraufhin die Halterung der Deckenoptik getroffen und sich im inneren des Turmes zerlegt. Die Alurichtkreis hing in Fetzen von der Decke, ebenso die ASBEST- Innenverkleidung des Turmes...
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10

Donnerstag, 12. April 2007, 23:10

Ein paar Tage später wurde der Bagger des städt. Bauhofes bestellt und damit begonnen, das Treppenhaus freizulegen. Leider kam der Bagger nicht bis ganz unten vor den Eingang, so das vieles von dem Müll per Hand und Eimer aus dem Eingangsbereich entfernt werden mußte.

Hier mal die Bilder des "kleinen" Haufens, den der Bagger hinausbefördert hat.
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11

Donnerstag, 12. April 2007, 23:11

.........
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12

Donnerstag, 12. April 2007, 23:13

der Eingangsbereich ist frei....
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13

Donnerstag, 12. April 2007, 23:14

Und die Arbeiten von Hand
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14

Donnerstag, 12. April 2007, 23:16

Und irgendwann war dann auch fast der ganze Dreck mal raus und das Bauwerk fast trocken....
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15

Donnerstag, 12. April 2007, 23:17

In den weiteren Wochen und Monaten wurden dann diverse Reinigungs und Sicherungsmaßnahmen des Geländes durchgeführt. Enbauteile wurden ausgebaut und gereinigt, und der Treppenaufgang gesichert.

Im April 2005 gründete ich dann den Verein "Projekt-Westwall" der das Bauwerk betreuen und unterhalten sollte, da dies von seiten der GWS und mir als Privatperson nicht mehr möglich war.

Der Verein dessen Vorsitzender ich bis 2006 war betreut auch weiterhin das Bauwerk. Da ich den Verein verlassen habe, habe ich leider auch keinerlei Infos mehr über den jetzigen Zustand.
Offiziell ist es noch nicht zu Besichtigen, aber ab und an wird auch mal eine Ausnahme gemacht.

zu kontaktieren ist der Verein am besten auf seiner Webseite

http://www.bunker20.net
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16

Donnerstag, 12. April 2007, 23:19

Ein paar Bilder hab ich noch...
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Anonymous

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17

Donnerstag, 12. April 2007, 23:24

Der 6 Schartenturm 20P7 noch in seiner bunten "Kriegsbemalung" als Spielplatz. Gut zu sehen ein Treffer einer Panzersprenggranate, die am Stahl wenig Schaden hinterließ.

Im Inneren wurde aufgrund eines Treffers die Mittelkonsole (Halterung) für das Panzerrundblickfernrohr zerstört, sowie der Richtkreis, mit dem die Kuppel genordet war und die Scharten angesprochen wurden.
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Donnerstag, 12. April 2007, 23:35

....
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19

Donnerstag, 12. April 2007, 23:36

Die Stempel auf der Kuppel
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20

Donnerstag, 12. April 2007, 23:38

Die Kuppel 2005 frisch gestrichen...
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