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1

Dienstag, 8. Mai 2007, 12:39

Hindenburgbrücke bei Igel

Hallo,

da ich mich mit Eisenbahngeschichte beschäftige, interessieren mich vor allem auch alte Eisenbahnbrücken. Von der Hindenburgbrücke, die 1912 in Betrieb genommen wurde und die Mosel von Igel bis Konz überspannte, sind auf der Igeler Steie noch ein paar Bögen und das Widerlager aus schönem roten Sandstein übriggeblieben. Die Brücke wurde 1944 zerstört und nicht mehr aufgebaut. Zur Verteidigung des Verkehrsweges waren nachträglich (ca. 1938?) beidseitig Betonstände mit Schachten zur Verteidigung aufgesetzt worden, wie man auf den Fotos erkennen kann.

Der Brückentorso befindet sich unmittelbar am Moseluferradweg bei Igel (Richtung Trier).

Bei dieser Gelegenheit nochmal ein Appell an alle Leser hier: Bitte alte WW-Bunker (und damit auch die Tiere und Pflanzen in dem Bereich) nicht zerstören oder beschmieren! Danke!

Gruß
Mercator
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Westwall

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2

Dienstag, 8. Mai 2007, 17:34

Re: Hindenburgbrücke bei Igel

Zitat von »"Mercator"«


Bei dieser Gelegenheit nochmal ein Appell an alle Leser hier: Bitte alte WW-Bunker (und damit auch die Tiere und Pflanzen in dem Bereich) nicht zerstören oder beschmieren! Danke!

Gruß
Mercator


Hallo,
ich glaube, dass musst Du hier niemand sagen :D 99% der Forumsmitglieder kriegen auch immer das kalte party_8.gif wenn die Anlagen zugemüllt oder verschmiert sind! Ich hab im Bereich Südpfalz auch schon mal den einen oder anderen Bunker nicht besucht, um eine Tierfamilie nicht zu stören. Mir würde das auch stinken, wenn ständig Leute mit Taschenlampe und Foto "bewaffnet" bei mir im Wohnzimmer rumlaufen würden :wink: :D
Dein Bericht über die Reste der Brücke ist sehr interessant. Die Fotos reizen einem direkt mal, dieser Gegend einen Besuch abzustatten. Vorallem hat der Bereich Trier ja noch einiges anderes an "altertümlichen" zu bieten! :D

MfG
Martin
Wer suchet der findet
Zu erreichen unter Skype: bunker-martin

dany

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3

Dienstag, 8. Mai 2007, 21:29

Hi die Brücke ist sehr interesant.Bei einem Ausflug dort hin lohnt sich auf jeden Fall auch das B-werk dort anzuschauen ca.500m Luftlinie.Tips zum Eingang gibts aber nur als PN :wink:

lg dany

dany

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4

Freitag, 18. Mai 2007, 12:25

@ Mercator dann kennst du bestimmt auch denn alten Eisenbahntunnel in der nähe von Wasserbillig?Ist leider in der mitte etwas baufällig und schon mit dicken Balken gestützt.
mfg dany

5

Freitag, 18. Mai 2007, 17:03

Mesenicher Tunnel

Klar, das ist der Mesenicher Tunnel, fertiggestllt 1915, 827 m lang.

Bei dem mittleren Hohlgang handelt es sich nicht, wie ich bislang vermutete, um Sprengkammern, sondern um "Kontrollschächte", um den Wasserablauf festzustellen.

Eine Sprengvorrichtung war dort wohl auch eingerichtet, jedoch wohl nicht mehr vorhanden bzw. zu sehen.

Der Tunnel wurde im WK II von der umliegenden Zivilbevölkerung als Schutz vor Fliegerangriffen aufgesucht.

Gruß,
Mercator

dany

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6

Samstag, 19. Mai 2007, 11:21

Danke für die erklärung mit dem gang.Hatte mich auch schon gefragt wozu er gut ist hatte gedacht es wäre um Bewegungen im Berg zu beobachten,oder so weil alles ganz fein und genau gemauert ist.

mfg dany

7

Sonntag, 20. Mai 2007, 16:23

MT

Hallo dany,

es triftt auch zu, das "Erdbewegungen" erfasst werden konnten. Diese zogen bereits bei Bau Wassermassen nach sich. Letztlich denke ich, musste auch in der Mitte der Teil abgestützt werden.

Wiedeschauen

Anonymous

unregistriert

8

Montag, 28. Mai 2007, 18:46

Re: MT

Grüß Dich Mercator.
Kleine Korrektur am Rande. Die Igeler Hindenburgbrücke wurde am 03.09.1939 von Deutschen Pionieren gesprengt. Die über sie führende Bahnlinie war strategisch wertlos und die Wehrmachtsführung befürchtete einen evtl schnellen Vorstoß franz. Trupen über die Bahn an der Mosel entlang. Nicht umsonst wurde da Moseltal ziemlich stark befestigt. Alleine 4 B-Werke sichern ja hier die Saarmündung und das Moseltal.
Gruß, Wolfgang.

Zitat von »"Mercator"«

Hallo dany,

es triftt auch zu, das "Erdbewegungen" erfasst werden konnten. Diese zogen bereits bei Bau Wassermassen nach sich. Letztlich denke ich, musste auch in der Mitte der Teil abgestützt werden.

Wiedeschauen

9

Dienstag, 29. Mai 2007, 11:35

Zitat von »"dany"«

@ Mercator dann kennst du bestimmt auch denn alten Eisenbahntunnel in der nähe von Wasserbillig?Ist leider in der mitte etwas baufällig und schon mit dicken Balken gestützt.
mfg dany


Ja, dort hat man sogar Handy-Empfang (Tango)! Anbei ein paar Fotos aus dem Tunnel.
»DrAlzheimer« hat folgende Dateien angehängt:

10

Dienstag, 29. Mai 2007, 14:53

Tunnel

Hallo Pascal,

sehr schöne Fotos.

Gruß,
Torsten

11

Dienstag, 29. Mai 2007, 18:13

Tunnel

@ dany: Yep, schöne Tunnelfotos.

Bzgl. der Portale siehe auch <!-- w --><a class="postlink" href="http://www.eisenbahn-tunnelportale.de">www.eisenbahn-tunnelportale.de</a><!-- w -->

@ Wolfgang: Danke für die Ergänzung, es kommt ja immer wieder neues zutage.

Gruß,
Mercator

Anonymous

unregistriert

12

Dienstag, 5. Juni 2007, 22:41

Mesenicher Tunnel!

Die Fotos sind Spitze! So schön ausgeleuchtet habe ich den Tunnel das letztemal gesehen, als das Gleis rückgebaut wurde. Übrigens stand bis Ende der 70ger Jahre, wenn man aus dem Tunnel in Richtung Igel herauskommt, auf der rechten Seite oben auf dem Damm (nein, keine Böschung, ein Damm) das aus dem 1. Weltkrieg stammende Tunnelwachhaus. Leider ist es irgendwann, da es nur gemauert war, zusammengestürzt. Die Trümmerreste liegen heute unter Brombeerranken (leckere Sorte) versteckt! Hinter diesem Damm kann man noch die Überreste eines gemauerten Bachbettes erkennen. Der sog. Dörrenbach kann in Starkregenzeiten ganz schön Probleme bereiten! Denn wenn man sich mal die Überreste des Bachbettes anschaut und sieht, welch armseliges Rinnsal dort, wenn überhaupt, durchfließt, ist man schon sehr erstaunt. Übrigens, quält man sich einige hundert Meter den Bach bergauf, stößt man auf eine etwa 4 qm große Betonplatte. Das ist der Überrest eines Waschplatzes, den sich Wehrmachtssoldaten aus den in der Nähe liegenden Bunkern gebaut hatten. Gegenüber kann man noch eine Treppe im Fels erkennen. Auch von ihnen erbaut, zur leichteren Kommunikation untereinander. Viel Spaß beim Suchen! 8)

13

Donnerstag, 7. Juni 2007, 16:25

Mesenicher Tunnel

Danke, Wolfgang, für diese tollen Details!

Gruß,
Mercator

Anonymous

unregistriert

14

Samstag, 28. Juli 2007, 22:45

Igeler Eisenbahnbrücke.

Zum Zeitpunkt der Zerstörung der Igeler Eisenbahnbrücke, die im Eisenbahnfachjargon übrigens nur "2tes Gleis" genannt " wurde, habe ich noch einen kleinen Nachtrag. Wer von Euch im Besitz der Wehrmachtskarte 6205 Trier, Ausgabe 1940 ist, wird zu seinem Ersstaunen feststellen, das auf dieser Karte die Brücke schon nicht merh über die Mosel geführt ist. Sie fehlt auf der Karte. Interessanterweise sind die Gleise, die auf die Brücke zuführen, auf beiden Seiten noch als solche eingezeichnet. Auch gerade das, welches über den Ablaufberg, der heute noch auf Konz-Könener Seite zu sehen ist!
Wolfgang.

15

Mittwoch, 14. April 2010, 12:42

Wolfang: Also die Brücke wurde mit Sicherheit 1939 nicht gesprengt, woher hast Du denn den Unsinn? Auf britischen Luftaufnahmen von 1940 ist das Teil nämlich vorhanden! Richtig ist vielmehr, daß die Brücke am 27. Mai 1944 durch 196 Tonnen SAP-Bomben (500lb) zerstört wurde. Der Angriff wurde von B-24 der 2. Bomb Divison geflogen. Das RVM wies die RBD Danzig an, einen Bauzug mit 50 Oberbauarbeitern zum Bahnamt Trier zu schicken, der geforderte Wiederaufbau bis 8. Juli 44 konnte jedoch nicht eingehalten werden. Das ebenfalls aus Strassburg angeforderte Eisenbahnpionierbattl. hatte anstatt der 40 geforderten Zimmerleute nur ganz 4 ausgebildete im Personalbestand.Erst am 27. Juli war die Brücke wieder zweigleisig befahrbar. (Luftaufnahmen vom 2. August 44, erflogen durch 7th PG)
Die lange Aufbauzeit hatte damit zu tun, das Pfeiler VI (der zweite von Konzer Seite aus) bis ins Fundament zerstört wurde. Pfeiler VII hatte sich geneigt und Pfeiler IV hatte ebenfalls einen Volltreffer erhalten. Die SAP-Bomben waren nämlich Panzerbomben, die außer einem Heckzünder eine Stahlpitze mit vollem Stahlkern besaßen. Sie waren so konzipiert, daß sie tief in den Boden eindrangen und dann durch die Explosion starke Erschütterungen erzeugten.
Endgültig zerstört wurde die Brücke bei den Angriffen am 25. und 26. Dezember 1994, durchgeführt von insgesamt 10 B-26 "Marauder" die zusammen 16,9 Tonnen Sprengbomben abwarfen.

16

Samstag, 24. April 2010, 09:28

Hindenburgbrücke

Hallo AbiaB.33!

Danke für die Anmerkungen. Wäre super, wenn Du mich mal per PN anfunkst, weil mich auch gerade diese Brücke brennend interessiert!

Zumindest wäre es seltsam, wenn man die Brücke mit einem Zug drauf sprengen würde, wie man auf diesem Bild sehen kann:

<!-- m --><a class="postlink" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Moselbruecke_zerstoert_1945.jpg&filetimestamp=20091007124304">http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 1007124304</a><!-- m -->

Aber wie sagte mein früherer Ausbilder so schön: "Hier hat man schon Pferde kotzen gesehen!"

In dem dazugehörigen Wikipedia-Text steht, dass die Brücke im Feb. 45 zerstört wurde. Was stimmt denn nun?

- Sep 1939
- Mai + Dez 1944
- Feb 1945

Es muss doch nachfolziehbare Belege für die Zerstörung geben.

Ein sonniges Wochenende wünscht

Mercator aus Trier :)

17

Samstag, 24. April 2010, 16:11

Guten Tag !

Am 27. 5. 1944 griff die 2. Bomb Division der 8. (US) Air Force mit 369 B-24 Bombern Eisenbahnziele in Saarbrücken, Neunkirchen und Konz-Karthaus an. Auf den Verschiebebahnhof von Konz-Karthaus waren 72 Bomber angesetzt. Für diese Maschinen war Konz das Hauptziel und nicht ein eventuelles Ausweichziel. Es ist also absolut möglich, dass sich die Zerstörung so zugetragen hat, wie von AviaB.33 in seinem Beitrag berichtet.

Das Foto ist meiner Auffassung nach irgendwo anders aufgenommen. Im Februar 1945 lag in Konz kein Schnee mehr. Auch ähnelt das Widerlager der Brücke nicht dem der Hindenburg-Brücke. Die Fluss ist auch etwas schmal im Gegensatz zur Mosel an der Stelle.

Alles Gute !

Hanni

18

Sonntag, 25. April 2010, 11:53

Igeler Brücke

Hallo Hanni,

danke für Deine Hinweise!

Ich habe auch Schwierigkeiten mit der Zuordnung des Wikipedia-Fotos betr. der Punkte, die Du angegeben hast:

- schmale Wasserstraße (gut, ich weiß nicht, wie die Mosel dort vor der Kanalisierung ausgesehen hat)

- Widerlager (auch auf der Wasserliescher Seite gibts heute noch Mauerreste zu sehen, die im Zusammenhang mit der Brücke stehen, aber das passt irgendwie nicht ins Schema ...)

Ob im Frebruar 1945 in Konz kein Schnee war, kann ich nicht sagen.

Vielleicht hat noch jemand ne Idee dazu ...

Grüße

M.

19

Montag, 26. April 2010, 11:23

Eine am 25. Dezember 44 von einer F-5 der 10th PG, 9th Airforce, gefertigten Luftaufnahme (vor dem Bombenangriff) zeigt sehr schön den Schattenwurf der Brückenpfeiler!!! Eindeutiger geht es nicht. Ich habe noch eine französische Luftaufnahme vom 11. September 1939 bekommen, auch da ist die Brücke wie die anderen Brücken im Saar-Mosel-Dreieck intakt.
Weitere Aufnahmen der zerstörten bzw. wiederaufgebauten Brücke (Mai 44 bis Juli 44)stammen aus dem Bestand der RBD Danzig!!!!!
Im Juli 44 gab es auch Tiefangriffe von P-47 der 8th Airforce aus England auf die Brücke(n) da die 9th Airforce mit ihrem Jabogruppen noch in Frankreich gebunden war.
Zum Wiki Bild: Das ist nicht die Hindenburgbrücke! Die Mosel obwohl damals noch nicht kanalisiert ist eindeutig breiter und auch der Rest paßt nich. Eindeutig ist der Schnee, im Februar 45 lag aber kein Schnee mehr, die Amerikaner kamen auch erst Anfang März nach Konz bzw. Trier.
Das die Lok auf der Brücke steht, bedeutet für mich eher eine gezielte Maßnahme durch eine Sprengtrupp der Wehrmacht. Und die Brücke wird in anderen Publikationen auch mit anderen Orten in Verbindung gebracht.
Eisenbahntechnisch war Ende Februar 45 bei uns Schluß mit der Bahn, die letzte Brücke die hier gesprengt wurde, war die einspurig wieder aufgebaute Pfalzeler Brücke durch einen Sprengtrupp der Wehrmacht. (Datum muß ich mal raussuchen).

20

Montag, 26. April 2010, 12:35

Igel

Danke für die Hinweise. Hab Dir ne PN geschickt ...

:wink:

Nachtrag/Foto von der Wasserliescher Seite (Hafenanlage) vom 27.04.2010
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